Pestizide in Karotten
Quelle: New Africa/shutterstock.com

Pestizide in Karotten

Im Herbst 2024 hat das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart 14 Proben Möhren aus konventionellem Anbau, jeweils getrennt nach Wurzel und Blatt, auf Rückstände von über 750 Pflanzenschutzmitteln und Kontaminanten untersucht. Alle 14 untersuchten Proben stammen aus Deutschland.

Der mittlere Rückstandsgehalt bei Karotten aus konventionellem Anbau liegt in den Blättern deutlich über dem der Wurzeln. Die Anzahl der nachgewiesenen Wirkstoffe ist im Mittel in den Blättern mit durchschnittlich 13,6 mehr als doppelt so hoch wie in den üblicherweise verzehrten Wurzeln mit 5,9 Wirkstoffen pro Probe. Die Rückstandshöchstgehalte für Karotten wurden in einem Fall überschritten (Wirkstoff Dimethomorph). Der Rückstandsgehalt an Dimethomorph lag jedoch nach Berücksichtigung der analytischen Schwankungsbreite nicht gesichert über dem festgelegten Rückstandshöchstgehalt.
Für Karottenblätter sind keine Rückstandshöchstgehalte festgelegt. Daher wurden die Rückstandshöchstgehalte für Rucola für eine annähernde Einschätzung herangezogen (die Höchstgehalte für Rucola werden ab 2025 auch für Radieschenblätter verwendet). Dabei wurden in neun Proben der Karottenblätter 13-mal Stoffe über dem jeweiligen Rückstandshöchstgehalt für Rucola nachgewiesen. Dabei kamen bei fünf Stoffen Überschreitungen vor, am häufigsten bei dem Herbizid Aclonifen (in vier Proben).

Die Ergebnisse zeigen, dass der mittlere Rückstandsgehalt in den Karrottenblättern ungefähr 25-mal höher ist als der in den Wurzeln. Grund hierfür ist unter anderem die sehr große Oberfläche der Karottenblätter. In einzelnen Fällen ist der Gehalt einzelner nachgewiesener Wirkstoffe in den Blättern mehr als 100-mal höher, als der nachgewiesene Gehalt desselben Wirkstoffs in den Wurzeln.

Die Analyse des CVUA Stuttgart zeigt, dass konventionelle Karottenblätter im Vergleich zu den Wurzeln eine höhere Anzahl an Pestizidrückständen aufweisen. Bio-Karottenwurzeln sind deutlich geringer belastet. Da nur eine Probe von Bio-Karottenblättern untersucht wurde, ist die Aussagekraft begrenzt. Verbraucherinnen und Verbrauchern, die Möhrenblätter verzehren möchten, wird jedoch vorsorglich empfohlen, auf Bioprodukte oder den Eigenanbau zurückzugreifen. Die Untersuchungen werden laut CVUA im Jahr 2025 fortgesetzt.

Quelle: Meldung Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart vom 30.01.2025
Dr. Greta Riel

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